KÖLN: Israel-Demo mit Volksfest-Flair

von EIP • am Juni 13, 2010 • Veroeffentlicht unter: Deutschland, Veranstaltungen

Riesige Polizeipräsenz schützte Israelfreunde vor Gegendemonstranten

Von Felizitas Küble

Die Kundgebung „Fairplay für Israel“, mit Demonstrationszug durch die Kölner Innenstadt erwies sich als voller Erfolg: etwa 400 gutgelaunte Menschen bekundeten am Sonntag, den 13. Juni 2010, auf frohe und beschwingte Art ihre Solidarität mit Israel, der einzigen Demokratie im Nahen Osten.

Die Veranstaltung, zu der die Kölner Synagogengemeinde eingeladen hatte, begann um 14 Uhr auf dem Roncalli-Platz direkt zwischen dem Kölner Dom und dem Römisch-Germanischen Museum.

Unter den Israelfreunden herrschte eine kreative Stimmung und viel gute Laune, wie man sie selten auf politischen Kundgebungen erleben kann: keinerlei Verbissenheit, von Fanatismus erst recht keine Spur – alles nicht „nur“ friedlich, sondern geradezu fröhlich gestimmt. Wer als Teilnehmer neu dazukam, wurde sympathisch aufgenommen – es entstand sogleich ein unbekümmertes Zusammengehörigkeits-gefühl.

Daß es sich gleichwohl nicht etwa um ein lustiges Straßenfest handelte, sondern um eine ernsthafte Veranstaltung, konnten die Kölner Passanten spätestens am dichten Fahnenmeer erkennen: es wimmelte von zahlreichen Israelflaggen, einigen Deutschland-Fahnen und Pro-Israel-Transparenten evangelikaler Gruppen, zB. „Christen an der Seite Israels“.

Spätestens wenn ein vorbeiflanierender Fußgänger den Ansprachen der Veranstalter zuhörte, dürfte ihm klargeworden sein, daß hier nicht etwa die Dompfarrei ihr sommerliches Gemeindefest feiert, sondern eine politische Kundgebung stattfindet.

Eine Vertreterin der Synagogengemeinde begrüßte die Teilnehmer und kam bald zur Sache: Israel sei mehr denn je in seiner Sicherheit, ja in seiner Existenz bedroht, da das radikale Hamas-Regima in Gaza den jüdischen Staat nicht nur bekämpfen, sondern vernichten wolle.

Die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen betonte das berechtigte Interesse Israels an einer Verhinderung von Waffenlieferung an die Hamas. Die jüngste israelische Schiffs-Aktion auf hoher See solle von neutraler Seite fair untersucht werden, da noch nicht alle Details geklärt seien.

„Hamas: Weltmeister in puncto Antisemitismus“

Dieter Graumannn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wies darauf hin, daß sich Israel im Jahr 2005 aus dem Gaza-Gebiet zurückzog und dennoch keinen Frieden erntete, sondern Haß und Raketenangriffe. Die Hamas gebärde sich wie ein Terrorregime, ja wie ein „Weltmeister in puncto Antisemitismus“.

Graumann äußerte sich zugleich sehr kritisch über die Zusammenarbeit zwischen der Partei „Die Linke“ und den sog. Free-Gaza-Aktivisten: es handle sich hier um „ein Bündnis von Schmach und Schande“. Die Linkspartei sei offenbar immer noch durchdrungen von der Israelfeindschaft der SED bzw „DDR“. Man dürfe nicht vergessen, daß die „DDR“ seinerzeit arabische Terrorgruppen massiv unterstützt habe.

An die Adresse des äußerst israelkritischen Schriftstellers und Free-Gaza-Publizisten Henning Mankell sagte Graumann. „Er mag wunderbare Kriminalromane schreiben, doch ein ausgewiesener Nahost-Experte ist er nicht!“

Dr. Johannes Gerster, früherer CDU-Bundestagsabgeordneter und heutiger Vorsitzende der DIG (Deutsch-israelischen Gesellschaft), stellte klar, daß Hamas das eigene Volk unterdrückt und mit Unterstützung des Iran unentwegt Waffen sammelt, um Israel anzugreifen. Die Besatzung des umkämpften Free-Gaza-Frachters habe nicht aus „harmlosen Samaritern“ bestanden, sondern aus gewaltbereiten Extremisten.

„Nur die Wahrheit schafft Frieden!“

An die Adresse des iranischen Präsidenten gerichtet, erklärte Gerster, dieser sei gewiß kein glaubwürdiger Fürsprecher der Menschenrechte. Er solle dem eigenen Volk endlich soviel Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gewähren, wie dies für Israel selbstverständlich sei. Der ersehnte Frieden im Nahen Osten setze auch voraus, daß objektiv und fair berichtet werde: „Nur die Wahrheit schafft Frieden“, erklärte Gerster unter dem begeisterten Beifall der Israelfreunde.

Bevor sich die Teilnehmer vom Roncalli-Platz in Richtung Demonstrationszug begaben, bat Organisatorin Michaela Fuhrmann alle Israelfans ausdrücklich, sich auf keinen Fall von der Gegenseite provozieren zu lassen, sondern immer gelassen zu bleiben. Sollte es Probleme geben, möge man sich an die Polizei wenden.

Die massive Polizei-Präsenz – die Kölner Innenstadt war voll von Mannschaftswagen und hunderten Polizisten – sorgte dafür, daß die etwa 100 Free-Gaza-Gegendemonstranten keine Störmanöver veranstalten konnten; sie wurden von der Polizei wirksam abgeriegelt, so daß die Israelfreunde unbehelligt durch die Kölner Innenstadt ziehen konnten, allerdings flankiert von einem starken Polizeiaufgebot.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Fotos: Roger Bueckert

PRO-ISRAEL-INITIATIVE “NEVERAGAIN”“Fairplay für Israel” Israelsolidaritätskundgebung in Köln vom 13.06.2010 – Köln im Zeichen der Israelsolidarität

HackingEthics

Kommentare Geschlossen.